Obwohl DDoS-Angriffe an Tagen wie dem Cyber Monday mittlerweile an der Tagesordnung sind, zeigen die Daten des Lumen-DDoS-Abwehrdienstes, dass in den Jahren 2021 und 2022 die Tage unmittelbar vor dem amerikanischen Feiertag am 4. Juli die Woche mit den meisten DDoS-Angriffen darstellten. Der DDoS-Bericht von Lumen für das vierte Quartal 2022 brachte zudem eine weitere Erkenntnis ans Licht: Darin wird prognostiziert, dass Angreifer im Laufe des Jahres 2023 ihre Angriffe so planen werden, dass diese mit wichtigen Festivals und kulturellen Veranstaltungen zusammenfallen.
Laut der neuesten DDoS-Studie von Lumen suchen DDoS-Angreifer (Distributed Denial of Service) nach neuen Ressourcen, die sie für ihre Zwecke nutzen können. Sowohl Cyberkriminelle als auch Verteidiger versuchen ständig, der Aufdeckung zu entgehen. Im Jahr 2022 begannen die Angreifer, virtuelle, cloudbasierte Dienste auf eine Weise zu nutzen, wie es zuvor noch nie der Fall war. Laut der Prognose von Lumen werden sie im Jahr 2023 nach ähnlich neuartigen DDoS-Angriffsstrategien suchen.
Lumen prognostiziert zudem, dass Angreifer ihre Aufmerksamkeit möglicherweise auf kleine und mittlere Unternehmen richten werden, während große Unternehmen ihren DDoS-Schutz weiter verstärken. Diese Unternehmen sind häufig weniger gut durch Cybersicherheitsmaßnahmen geschützt, verfügen jedoch nach wie vor über geschäftskritische Informationen und Software, die für Betrüger attraktiv sein können.
Die Kosten eines DDoS-Angriffs
Der DDoS-Bericht von Lumen für das vierte Quartal enthält auch eine Aufschlüsselung der potenziellen Kosten von DDoS-Angriffen. Die Schätzung basiert auf den Angaben, die mithilfe des von Lumen angebotenen „DDoS Impact Calculator“ (DDoS-Auswirkungsrechner) eingegeben wurden. Da die Kosten von zahlreichen Variablen beeinflusst werden, haben die Forscher auf der Grundlage der folgenden Annahmen ein allgemeines Anwendungsszenario erstellt:
Das simulierte Opfer ist ein Software- und Technologieunternehmen mit einem Jahresumsatz von 2 Milliarden Dollar, wovon 500 Millionen Dollar aus Online-Geschäften stammen. Das Unternehmen verfügt über ein kleines IT-Team mit zwei Mitarbeitern, die für die Behebung von Sicherheitsproblemen zuständig sind. Sicherheitsvorfälle führen durchschnittlich zu 25 Anrufen beim Support pro Stunde.
Kostenvoranschlag – Prognosen zufolge wird dieses Unternehmen jährlich Opfer von 13 DDoS-Angriffen, wobei jeder einzelne Angriff Kosten in Höhe von fast 21 Millionen Dollar verursacht und zu einer Ausfallzeit von 19 Stunden führt.
Einige weitere bemerkenswerte DDoS-Daten aus dem Lumen-DDoS-Bericht für das 4. Quartal 2022 sind folgende:
- Im vierten Quartal 2018 handelte es sich bei etwa 90 % der DDoS-Angriffe um sogenannte „Hit-and-Run“-Angriffe. Die Angreifer nutzen diese kurzen, maximal 30 Minuten dauernden Angriffe in der Regel dazu, die Abwehr des Ziels zu testen, bevor sie einen längeren, anhaltenden Angriff starten.
- Die Zahl der DNS-Amplification-Angriffe stieg von einem Quartal zum nächsten um 73 %, obwohl DNS ein Dienst von entscheidender Bedeutung ist.
- Im gesamten Jahr 2022 hat Lumen 22 % mehr DDoS-Angriffe abgewehrt als im Jahr 2021.
Der größte Angriff, den Lumen im Jahr 2022 abgewehrt hat, hatte ein Volumen von 1,06 Tbit/s. Dieser ereignete sich im zweiten Quartal 2022 und war der größte DDoS-Angriff, den Lumen bisher abwehren konnte.